Interchange Fee Kartenzahlung
Definition
Die Interchange Fee ist die Gebühr, die die Händlerbank (Acquirer) bei jeder Kartentransaktion an die kartenausgebende Bank (Issuer) zahlt. Sie ist Teil der Merchant Discount Rate und wurde in der EU reguliert gedeckelt.
Was ist die Interchange Fee?
Die Interchange Fee (auch Interbankenentgelt) ist eine Gebühr, die bei jeder Kartenzahlung vom Acquirer an den Issuer fließt. Sie kompensiert den Issuer für das Kreditrisiko, die Betrugsprävention und die Infrastrukturkosten der Kartenausstellung.
Funktionsweise in der Praxis
Wenn ein Händler 100 Euro per Kreditkarte einnimmt, zahlt er die Merchant Discount Rate (MDR) – typischerweise 1,5–2,5 % – an seinen Acquirer. Davon reicht der Acquirer die Interchange Fee (ca. 0,3–1,5 %) an den Issuer weiter. Den Rest behalten Acquirer und Kartennetzwerk.
Interchange-Regulierung in der EU
Seit 2015 gilt die EU-Interchange-Verordnung (IFR):
- Debitkarten: maximal 0,2 % des Transaktionswerts
- Kreditkarten: maximal 0,3 % des Transaktionswerts
- Gewerbliche Karten (Corporate Cards): nicht gedeckelt
Kommerzielle Karten aus Drittländern (z. B. US-amerikanische Amex) unterliegen dem Cap nicht, was EU-Händler erheblich benachteiligen kann.
Unterschiede global
In den USA liegen Interchange-Raten für Kreditkarten bei 1,5–2,5 % – ein wesentlicher Grund für das lukrative Rewards-Programm-Ökosystem amerikanischer Kartenanbieter. Australien und Kanada haben ebenfalls Caps eingeführt, die USA dagegen nur teilweise (Durbin Amendment für Debit).
Bedeutung für Investoren
Für Investoren in Kartenunternehmen ist die Interchange-Regulierung ein zentrales Risiko. American Express (AXP) umgeht EU-Caps teilweise durch sein Closed-Loop-Modell. Visa (V) und Mastercard (MA) als Netzwerkbetreiber sind von Interchange-Cuts weniger direkt betroffen, verdienen aber über Assessment Fees.
Niedrige Interchange-Rates in der EU erklären, warum europäische Acquirer wie Worldline geringere Margen erzielen als US-Konkurrenten.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Er stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Finanzinstrumente sind mit Risiken verbunden.