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Immobilien-ETF

Definition

Ein Immobilien-ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds, der einen Korb aus Immobilienaktien oder REITs abbildet und Anlegern diversifizierten Zugang zum Immobilienmarkt zu geringen Kosten ermöglicht. Im Gegensatz zu offenen Immobilienfonds können Immobilien-ETFs jederzeit an der Börse gehandelt werden.

Was ist ein Immobilien-ETF?

Ein Immobilien-ETF (Exchange Traded Fund) ist ein passiv verwalteter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Immobilien-Index nachbildet. Dieser Index setzt sich typischerweise aus börsennotierten Immobiliengesellschaften und REITs (Real Estate Investment Trusts) zusammen. Der ETF wird wie eine Aktie fortlaufend an der Börse gehandelt.

Immobilien-ETFs sind nicht zu verwechseln mit offenen Immobilienfonds: Letztere halten physische Immobilien direkt, haben oft Haltefristen und können Rücknahmen aussetzen. ETFs investieren ausschließlich in Wertpapiere.

Wichtige Indizes und ETFs

Global:

  • MSCI World Real Estate Index – enthält ca. 150 Immobilienwerte aus Industrieländern
  • FTSE EPRA Nareit Developed Index – breiter globaler Immobilienindex, Basis vieler populärer ETFs (z. B. iShares, Xtrackers, Amundi)

Europa:

  • FTSE EPRA Nareit Europe Index – europäische Immobiliengesellschaften aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Schweden u. a.

Deutschland:

  • Spezialisierte DAX-Real-Estate-Werte wie Vonovia, Deutsche Wohnen oder LEG Immobilien sind in breiteren Indizes enthalten.

Kostenvergleich

Immobilien-ETFs weisen typischerweise eine Total Expense Ratio (TER) von 0,20–0,45 % p. a. auf, deutlich günstiger als aktiv verwaltete Immobilienfonds (1,0–2,0 % p. a.) oder offene Immobilienfonds (0,5–1,5 % p. a.).

Ausschüttungen

Viele Immobilien-ETFs schütten quartalsweise Dividenden aus, da die enthaltenen REITs gesetzlich zur Gewinnausschüttung verpflichtet sind. Anleger profitieren so von einem regelmäßigen Einkommensstrom.

Steuerliche Besonderheiten (Deutschland)

Seit der Investmentsteuerreform 2018 gelten für Immobilien-ETFs mit Schwerpunkt auf ausländischen REITs Teilfreistellungen von 60 % auf Erträge und Gewinne. Bei Fonds mit deutschem Immobilienteil beträgt die Teilfreistellung ebenfalls 60 %. Anleger sollten die steuerliche Klassifizierung ihres ETFs prüfen.

Risiken

Da Immobilien-ETFs in börsennotierte Gesellschaften investieren, unterliegen sie der Börsenkursvolatilität – stärker als physische Immobilieninvestments. In Krisenzeiten können sie stark mit dem Aktienmarkt korrelieren. Zinsänderungsrisiken und sektorspezifische Risiken (Büroleerstand, Einzelhandelsrückgang) spielen ebenfalls eine Rolle.


Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. ETF-Investments sind mit Risiken verbunden. Bitte konsultieren Sie einen zugelassenen Finanzberater (§ 34 WpHG).

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