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IFRS (International Financial Reporting Standards)

Definition

IFRS sind international anerkannte Rechnungslegungsstandards, die von börsennotierten Unternehmen in der EU verpflichtend für die Konzernrechnungslegung anzuwenden sind. Sie sollen eine globale Vergleichbarkeit von Jahresabschlüssen sicherstellen.

Was sind die IFRS?

Die International Financial Reporting Standards (IFRS) sind ein international anerkanntes Regelwerk zur Rechnungslegung, das vom International Accounting Standards Board (IASB) mit Sitz in London entwickelt wird. In der Europäischen Union sind alle börsennotierten Unternehmen seit 2005 verpflichtet, ihre Konzernabschlüsse nach IFRS zu erstellen.

Ziel der IFRS ist es, Finanzberichte weltweit vergleichbar, transparent und nachvollziehbar zu machen – eine Grundvoraussetzung für international agierende Investoren und Kapitalmarktteilnehmer.

Kernprinzipien der IFRS

Im Mittelpunkt der IFRS steht das sogenannte True-and-Fair-View-Prinzip: Der Abschluss soll ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermitteln.

Wichtige Grundsätze sind:

  • Periodenabgrenzung: Erträge und Aufwendungen werden im Entstehungszeitraum erfasst, nicht erst bei Zahlung.
  • Zeitwertbewertung (Fair Value): Viele Vermögenswerte werden zum aktuellen Marktwert bewertet – anders als beim deutschen HGB, das stärker auf historische Anschaffungskosten setzt.
  • Wesentlichkeitsgrundsatz: Nur wesentliche Informationen müssen offengelegt werden.

IFRS vs. HGB und US-GAAP

MerkmalIFRSHGBUS-GAAP
AnwendungWeltweit (EU-Pflicht)DeutschlandUSA
BewertungFair Value dominantVorsichtsprinzipRegelbasiert
BilanzierungszielInformationsfunktionGläubigerschutzInvestorenfokus

Bedeutung für Anleger

Für Aktionäre und Analysten sind IFRS-Abschlüsse besonders wertvoll, weil sie internationale Vergleiche ermöglichen. Wer z.B. SAP mit Oracle vergleicht, kann auf Basis der IFRS-Zahlen direkt Kennzahlen wie EBIT, EBITDA oder den Buchwert je Aktie gegenüberstellen.

Allerdings enthält IFRS viele Ermessensspielräume. Unternehmen können beispielsweise bei der Bewertung von immateriellen Vermögenswerten oder Leasingverbindlichkeiten (IFRS 16) unterschiedliche Annahmen treffen, was die Vergleichbarkeit im Detail einschränkt.

Praxisbeispiel

Nach Einführung von IFRS 16 (Leasingverhältnisse, 2019) mussten Konzerne wie Lufthansa oder die Deutsche Post ihre geleasten Flugzeuge und Fahrzeuge erstmals in der Bilanz ausweisen. Das erhöhte die Bilanzsumme erheblich und veränderte Kennzahlen wie die Eigenkapitalquote spürbar – ohne dass sich die operative Lage geändert hatte.


Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlage- oder Steuerberatung dar.

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