Handelsspanne (Trading Spread)
Definition
Die Handelsspanne (auch: Geld-Brief-Spanne oder Bid-Ask-Spread) ist der Unterschied zwischen dem höchsten Kaufpreis (Geldkurs) und dem niedrigsten Verkaufspreis (Briefkurs) im Orderbuch. Sie stellt implizite Transaktionskosten dar.
Was ist die Handelsspanne?
Die Handelsspanne (Bid-Ask-Spread) ist die Differenz zwischen dem besten Geldkurs (Bid — höchster Kaufpreis) und dem besten Briefkurs (Ask — niedrigster Verkaufspreis) eines Wertpapiers:
Spread = Ask (Briefkurs) − Bid (Geldkurs)
Beispiel: Briefkurs 50,05 EUR, Geldkurs 49,95 EUR → Spread = 0,10 EUR oder 0,20 %
Implizite Transaktionskosten
Die Handelsspanne ist der "versteckte" Kostenfaktor beim Handel: Wer zum Briefkurs kauft und sofort zum Geldkurs verkauft, verliert automatisch den Spread — selbst ohne weitere Kosten.
Einflussfaktoren auf die Handelsspanne
Liquidität (wichtigster Faktor):
- Sehr liquide Wertpapiere (DAX-Blue Chips, S&P 500): Spreads von 0,01-0,05 %
- Wenig liquide Wertpapiere (Small Caps, exotische Anleihen): Spreads von 0,5-5 %
Volatilität: Bei hoher Volatilität weiten Market Maker ihre Spreads aus — höheres Risiko für sie.
Handelszeiten: Außerbörslich (Pre-/Aftermarket) sind Spreads deutlich weiter als im Haupthandel.
Handelsspanne bei verschiedenen Assetklassen
- Blue-Chip-Aktien: 0,01-0,10 %
- Mid/Small-Cap-Aktien: 0,1-1,0 %
- Staatsanleihen: 0,02-0,10 %
- High-Yield-Anleihen: 0,5-2,0 %
- FX Majors: 0,001-0,02 %
- Krypto: 0,05-0,5 %
Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.