Framing-Effekt — Framing Effect Finanzentscheidungen
Definition
Der Framing-Effekt beschreibt, wie die Art der Präsentation identischer Informationen die Entscheidung von Anlegern beeinflusst — eine Rendite von '90 % Erfolgsquote' klingt anders als '10 % Verlustquote'.
Definition
Der Framing-Effekt ist ein kognitiver Verzerrungsmechanismus, den Kahneman und Tversky 1981 in ihrem bahnbrechenden Paper 'The Framing of Decisions and the Psychology of Choice' beschrieben. Identische Informationen, unterschiedlich formuliert, führen zu systematisch verschiedenen Entscheidungen.
Framing bei Finanzprodukten
Klassische Beispiele: '90 % der Kunden machen Gewinne' versus '10 % der Kunden machen Verluste' beschreiben dieselbe Realität — aber das positive Framing erhöht die Kaufbereitschaft signifikant. Ebenso: 'Verwaltungsgebühr 0,5 % p.a.' wirkt weniger abschreckend als '5.000 Euro auf 1 Mio. Euro Anlage pro Jahr'.
Gain vs. Loss Framing
Im Gewinn-Frame (was gewinne ich?) verhält sich ein Anleger risikoscheu. Im Verlust-Frame (was verliere ich?) verhält er sich risikofreudig. Verkäufer von strukturierten Produkten und Hebelzertifikaten nutzen gezielt Gewinn-Frames, um risikoaverse Anleger anzusprechen.
Regulatorische Relevanz
Die EU-Regulierung (MiFID II, PRIIPs KID) schreibt standardisierte Produktdarstellungen vor, um Framing-Manipulationen zu begrenzen. Dennoch bleibt Framing im Marketing ein mächtiges Werkzeug.
Verwandte Begriffe
- Mental Accounting
- Prospect Theory
- Anchoring Bias
Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Bitte konsultieren Sie bei Anlageentscheidungen einen qualifizierten Finanzberater.