Zum Hauptinhalt springen
Zurück zum Lexikon

ETF Securities Lending (Wertpapierleihe)

Definition

Viele physisch replizierende ETFs verleihen ihre Wertpapiere gegen Gebühr an institutionelle Investoren (Short-Seller, Hedgefonds) — die Leihgebühren senken die effektiven ETF-Kosten, schaffen aber ein geringes Kontrahentenrisiko.

ETF Securities Lending (Wertpapierleihe)

Was ist Securities Lending?

Physisch replizierende ETFs können ihre gehaltenen Aktien und Anleihen temporär an andere Marktteilnehmer verleihen — typischerweise Hedgefonds, die leerverkaufen wollen. Der Entleiher zahlt eine Leihgebühr und stellt Sicherheiten (Collateral).

Einnahmen und Kostenreduktion

Die Leihgebühren fließen in den Fonds zurück. Das senkt den effektiven Tracking Difference (reale Kostendifferenz zum Index):

ETFTERLeiheinnahmenEffektive Kosten (TD)
iShares Core MSCI World0,20 %ca. 0,05 %ca. 0,15 %
iShares Core S&P 5000,07 %ca. 0,04 %ca. 0,03 %
iShares MSCI EM0,18 %ca. 0,10 %ca. 0,08 %

Manche ETFs (besonders Small-Cap oder Emerging Markets) erzielen Leiheinnahmen, die die TER vollständig kompensieren — der ETF kostet effektiv 0 % oder ist sogar leicht günstiger als der Index.

Risiken

Kontrahentenrisiko: Falls der Entleiher insolvent wird. Mitigiert durch:

  • Besicherung mit 102–105 % des Werts in HQLA (High Quality Liquid Assets)
  • Tägliches Mark-to-Market des Collaterals

Einnahmenverteilung: Nicht alle Anbieter geben 100 % der Leihgebühren an den Fonds weiter. iShares gibt 62,5 % weiter, Vanguard/SSGA 100 %.

Tracking Difference vs. TER

TER ist die angegebene Kostenquote. Tracking Difference ist der reale Kostennachteil gegenüber dem Index — nach Leihgebühren, Steuern und Handelskosten. Die TD ist die relevantere Kennzahl für Anleger.

Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Keine Anlageberatung gemäß §34 WpHG.

ETF Securities LendingETF WertpapierleiheTracking DifferenceETF Kontrahentenrisiko