ETF-Replikationsmethoden im Vergleich
Definition
ETFs können ihren Referenzindex physisch (direkt oder sampling) oder synthetisch (via Swap) replizieren – mit Unterschieden bei Tracking Error, Kosten und Kontrahentenrisiko.
ETF-Replikationsmethoden im Vergleich
ETFs replizieren ihren Referenzindex auf unterschiedliche Arten. Die Wahl der Replikationsmethode beeinflusst Tracking Error, Kosten und spezifische Risiken.
Methode 1: Vollständige physische Replikation
Der ETF kauft alle Indexbestandteile in ihrer genauen Indexgewichtung:
- Geringer Tracking Error
- Einfach und transparent
- Kostspielig bei großen Indizes (z.B. MSCI World mit 1.500 Aktien)
Methode 2: Sampling / Optimiertes Sampling
Der ETF kauft eine repräsentative Auswahl an Indexaktien (~80–95 % des Index):
- Leicht höherer Tracking Error
- Günstiger bei großen Indizes
- Gut geeignet für MSCI World, MSCI ACWI, kleine Positionen weggelassen
Methode 3: Synthetische Replikation (Swap-ETF)
Der ETF hält ein Substitutionsportfolio und erhält Index-Performance via TRS:
- Unfunded Swap: ETF hält Collateral + Swap-Vertrag
- Funded Swap: ETF übergibt Kapital an Kontrahenten
| Vorteil | Nachteil |
|---|---|
| Präzises Tracking (niedrigster TE) | Kontrahentenrisiko (max 10 % nach UCITS) |
| Günstigere Replikation komplexer Indizes | Weniger transparent |
| Zugang zu illiquiden Märkten |
Empfehlung für Privatanleger
Für breite Indizes (MSCI World, S&P 500): Physische Replikation bevorzugen Für Nischenindizes (Rohstoffe, China A-Shares): Synthetisch oft notwendig
Keine Anlageberatung.
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