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ETF-Liquidität an der Börse

Definition

Die Liquidität eines ETFs an der Börse bestimmt, wie schnell und zu welchem Preis Anleger kaufen oder verkaufen können — entscheidend sind dabei nicht nur das Handelsvolumen des ETFs selbst, sondern die Liquidität der enthaltenen Wertpapiere.

ETF-Liquidität an der Börse

Zwei Ebenen der ETF-Liquidität

Primärmarkt-Liquidität: Die Fähigkeit, ETF-Anteile in Baskets von ca. 50.000–500.000 EUR über Authorized Participants zu schaffen oder zurückzugeben. Diese Ebene ist unabhängig vom Börsenumsatz und vom zugrundeliegenden Index abhängig.

Sekundärmarkt-Liquidität: Der tatsächliche Handel an der Börse (XETRA, LSE etc.). Wird durch Market Maker (Designated Sponsors) sichergestellt.

Market Maker und Spreads

ETF-KategorieTypischer SpreadBeispiel
S&P 500 UCITS ETF0,01–0,05 %iShares Core S&P 500
MSCI World UCITS ETF0,02–0,08 %iShares Core MSCI World
MSCI Emerging Markets0,05–0,20 %Vanguard FTSE EM
Themen-ETF (Wasserstoff)0,30–1,00 %L&G HTWO
Small-Cap-ETF0,10–0,40 %iShares MSCI World Small Cap

Warum das Handelsvolumen nicht allein zählt

Ein MSCI-World-ETF mit niedrigem Tagesumsatz ist trotzdem hochliquide, weil die enthaltenen 1.500 Aktien extrem liquide sind. Market Maker können jederzeit Anteile am Primärmarkt schaffen. Ein Nischen-ETF auf illiquide Small Caps kann trotz hohem Handelsvolumen schlechtere Spreads haben.

Liquiditätsrisiko in Stressphasen

In Marktturbulenzen (z. B. Corona-Crash März 2020) weiteten sich ETF-Spreads teils auf 0,5–2 % aus. Für langfristige Anleger ist das irrelevant; für kurzfristige Trader kann es teuer werden.

Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Keine Anlageberatung gemäß §34 WpHG.

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