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Bretton-Woods-System

Definition

Das Bretton-Woods-System war das internationale Währungsordnung von 1944 bis 1973, in der alle Teilnehmerwährungen in festen Wechselkursen an den US-Dollar gebunden waren, der seinerseits zu einem festen Preis von 35 Dollar je Feinunze in Gold konvertierbar war.

Was war das Bretton-Woods-System?

Das Bretton-Woods-System war die internationale Währungsordnung der Nachkriegszeit. Es entstand im Juli 1944 auf einer Konferenz im amerikanischen Kurort Bretton Woods, New Hampshire, an der 44 Länder teilnahmen. Das System basierte auf zwei Säulen:

  1. Goldstandard für den US-Dollar: Die USA garantierten die Konvertibilität des Dollars in Gold zu einem festen Kurs von 35 USD je Feinunze (31,1 Gramm)
  2. Feste, aber anpassungsfähige Wechselkurse: Alle anderen Währungen wurden in einem engen Band (±1 %) an den Dollar gekoppelt

Gleichzeitig entstanden zwei noch heute existierende Institutionen: der Internationale Währungsfonds (IWF) zur kurzfristigen Zahlungsbilanzunterstützung und die Weltbank zur Entwicklungsfinanzierung.

Wirtschaftliche Blüte und strukturelle Schwäche

In den 1950er und 1960er Jahren ermöglichte das System eine beispiellose Phase des Weltwirtschaftswachstums und des Wiederaufbaus in Europa (Marshallplan) und Japan. Stabile Wechselkurse förderten den Welthandel.

Doch das System trug einen strukturellen Widerspruch in sich — das Triffin-Dilemma: Um die Weltliquidität zu sichern, mussten die USA Dollarguthaben im Ausland zulassen. Doch wachsende Dollar-Guthaben untergruben das Vertrauen in die Goldkonvertibilität.

Das Ende: Nixon-Schock 1971

Unter dem Druck der Kosten für den Vietnamkrieg und gestiegener Inflation entkoppelte US-Präsident Richard Nixon am 15. August 1971 den Dollar einseitig vom Gold — der sogenannte Nixon-Schock. Damit kollabierte das Herzstück des Systems.

Die Smithsonian-Vereinbarung (Dezember 1971) versuchte noch eine Rettung durch Neubewertungen, scheiterte aber. 1973 gaben die wichtigsten Industrieländer das System fester Wechselkurse auf und gingen zu freien Wechselkursen (Floating) über.

Erbe und heutige Relevanz

Das Bretton-Woods-System hinterließ mehrere Institutionen und Ideen:

  • IWF und Weltbank prägen bis heute die globale Finanzarchitektur
  • Dollar-Hegemonie: Der Dollar blieb trotz Goldentkopplung die globale Leitwährung — de facto ein "Bretton Woods II"
  • Sonderziehungsrechte (SZR): 1969 vom IWF als synthetische Reserve-Währung eingeführt, noch heute in Gebrauch
  • Debatte über neue Ordnung: Angesichts chinesischer Wirtschaftsmacht und Goldkäufen der Zentralbanken flammt die Diskussion über eine neue Weltleitwährung regelmäßig auf

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung dar.

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