Auszahlungsplan aus dem Depot
Definition
Ein Depot-Auszahlungsplan ermöglicht es, im Ruhestand monatlich einen festen Betrag zu entnehmen, während das Restkapital weiter investiert bleibt — die 4%-Regel ist der bekannteste Ansatz für eine nachhaltige Entnahmestrategie.
Auszahlungsplan aus dem Depot
Was ist ein Depot-Auszahlungsplan?
Ein Auszahlungsplan ist das Gegenstück zum Sparplan: Statt monatlich einzuzahlen, wird monatlich entnommen. Das Restkapital bleibt investiert und erwirtschaftet weiter Rendite. Im Idealfall reicht das Kapital für die gesamte Restlebenszeit.
Die 4%-Regel
Die Studie "Trinity Study" (1998) zeigte: Ein Portfolio aus 60 % Aktien und 40 % Anleihen konnte historisch eine jährliche Entnahmerate von 4 % über 30 Jahre aufrechterhalten ohne das Kapital zu erschöpfen — in 95 % aller historischen Szenarien.
Formel:
Jährliche Entnahme = Depot-Wert × 4 %
Monatliche Entnahme = Depot-Wert × 4 % / 12
Beispiel:
- Depot: 400.000 €
- Jährliche Entnahme: 16.000 € (1.333 €/Monat)
- Restkapital bleibt investiert, wächst im Schnitt weiter
Steuerliche Behandlung der Entnahmen
Jede Entnahme aus einem ETF-Depot realisiert Kursgewinne:
- Kapitalertragsteuer: 26,375 %
- Aktien-Teilfreistellung: 30 % → effektiv ~18,5 %
Rechenbeispiel: 10.000 € ETF-Anteil, davon 6.000 € Kursgewinn:
- Steuer: 6.000 × 0,70 (TF) × 26,375 % = 1.109 €
- Nettobetrag: 8.891 €
Risiken
- Sequence-of-Returns-Risiko: Schlechte Marktjahre zu Beginn der Entnahme sind besonders schädlich
- Inflationsrisiko: Fixer Entnahmebetrag verliert real an Wert
- Langlebigkeitsrisiko: 30-Jahres-Plan reicht evtl. nicht bei 95-jähriger Lebenserwartung
Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Keine Anlageberatung gemäß §34 WpHG.