Ausgabeaufschlag: Die Kaufgebühr bei aktiven Fonds
Definition
Der Ausgabeaufschlag (Front-End Load) ist eine einmalige Gebühr beim Kauf von Fondsanteilen, die als Prozentsatz des Kaufpreises berechnet wird — typisch 1–5 % bei aktiven Fonds. Bei ETFs über die Börse fällt kein Ausgabeaufschlag an.
Was ist der Ausgabeaufschlag?
Wer Anteile eines aktiven Investmentfonds über eine Bank oder Sparkasse kauft, zahlt in der Regel einen Ausgabeaufschlag. Diese einmalige Gebühr fließt an den Vertrieb (Bank, Sparkasse, Berater) und die Fondsgesellschaft. Sie wird auf den aktuellen Fondspreis aufgeschlagen und mindert direkt das investierte Kapital.
Typische Höhe nach Fondstyp
- Aktienfonds: 3–5 % (Ausgabeaufschlag auf den NAV)
- Mischfonds: 3–5 %
- Rentenfonds: 1–3 %
- Geldmarktfonds: 0–1 %
- ETFs (Börsenhandel): 0 % — nur reguläre Handelskosten (Spread + Ordergebühr)
Einfluss auf die Rendite — Beispielrechnung
Ein Anleger investiert 10.000 Euro in einen Aktienfonds mit 5 % Ausgabeaufschlag. Von seinen 10.000 Euro sind sofort nur 9.524 Euro investiert — 476 Euro fließen als Gebühr ab. Um die Verlustzone zu verlassen, muss der Fonds zunächst 5,26 % zulegen, bevor ein einziger Euro Gewinn entsteht. Bei einer Jahresrendite von 7 % dauert es rund 9 Monate nur zum Ausgleich des Ausgabeaufschlags.
Rabatte über Fondsshops und Broker
Fondsshops (FondsSuperMarkt, DWS Direkt, ebase) bieten aktive Fonds häufig mit 50–100 % Rabatt auf den Ausgabeaufschlag an. Viele Neobroker (Trade Republic, Scalable Capital) bieten Fondskäufe komplett ohne Ausgabeaufschlag an. Der volle Ausgabeaufschlag bei der Hausbank ist damit heute kaum noch nötig.
ETFs als kostengünstige Alternative
ETFs auf Börsenplätzen wie XETRA haben keinen Ausgabeaufschlag. Der Anleger zahlt nur den Spread (Differenz Kauf-/Verkaufskurs, meist 0,01–0,05 %) und eine Ordergebühr (0–1 Euro bei Neobrokern). Wer 10.000 Euro in einen MSCI-World-ETF investiert, hat nach dem Kauf sofort fast 10.000 Euro investiert.
Amortisationszeit
Selbst mit Rabatt auf den Ausgabeaufschlag muss ein aktiver Fonds die Mehrkosten gegenüber einem ETF erst verdienen. Bei 1,5 % höherer TER und 2,5 % reduziertem Ausgabeaufschlag braucht ein Fonds ca. 2 Jahre nur zum Kostenausgleich — bevor er beginnen kann, tatsächlich besser als der Index zu performen.
Kurzum: Der Ausgabeaufschlag ist ein reiner Vertriebskostenfaktor — er sagt nichts über die Qualität des Fonds aus und sollte bei der Fondsauswahl stets berücksichtigt werden.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung dar. Vergangene Kosten garantieren keine zukünftige Rendite.