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Asset-Growth-Anomalie

Definition

Die Asset-Growth-Anomalie besagt, dass Unternehmen mit starkem Bilanzsummenwachstum in den Folgejahren schwächere Aktienrenditen erzielen als Unternehmen mit geringem Asset-Wachstum.

Asset-Growth-Anomalie

Was ist die Asset-Growth-Anomalie?

Cooper/Gulen/Schill (2008) dokumentierten: Unternehmen, die ihre Bilanzsumme (Total Assets) stark ausweiten, erzielen in den Folgejahren signifikant niedrigere Aktienrenditen — unabhängig davon, ob das Wachstum durch Akquisitionen, organisches Wachstum oder Schulden finanziert wurde.

Berechnung

Asset-Growth-Rate (AG) = (Total Assets_t − Total Assets_{t−1}) / Total Assets_{t−1}

Empirische Daten (USA, 1968–2023)

AG-DezilAsset-WachstumNächstes Jahr Rendite
D1 (niedrigstes AG)−20 %+17,8 %
D5+5 %+13,2 %
D10 (höchstes AG)+75 %+8,4 %

Rendite-Spread D1−D10: ~9,4 % p. a. (1968–2023)

Erklärungsansätze

TheorieErklärung
Investment-Faktor (Fama/French)Hohe Investition → künftige Kapitalrenditen fallen
Behavioral (Overinvestment)Manager investieren in Perioden zu hoher Bewertung überinvestieren
Earnings-ManagementHohe Asset-Wachstumsperioden = Acrual-basierte Gewinnaufblähung

Verbindung zum Investment-Faktor (CMA)

In Fama/Frenchs 5-Faktor-Modell (2015) ist Asset Growth der Kern des Conservative-Minus-Aggressive-Faktors (CMA):

  • Conservative (niedrige Investition) − Aggressive (hohe Investition) = ~3–4 % p. a. Prämie

Praxiswarnsignal

Aktien mit > 30 % Asset-Wachstum p. a. kritisch prüfen:

  • Woher kommt das Kapital? (Aktienemissionen = Warnsignal)
  • Return on Invested Capital (ROIC) vor und nach Expansion vergleichen

Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Keine Anlageberatung gemäß §34 WpHG.

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